Glossar: ADHS & Autismus verständlich erklärt

Willkommen im Glossar von Drücken fürs Leben. Hier finden Sie klare Definitionen zu wichtigen Begriffen rund um ADHS und Autismus. Egal ob Betroffener, Angehöriger, Lehrperson oder einfach Interessierter – unser Ziel ist es, Ihnen ein besseres Verständnis dieser neurodivergenten Welten zu ermöglichen und Missverständnisse auszuräumen. Tauchen Sie ein und erweitern Sie Ihr Wissen!

Wichtige Begriffe entschlüsseln

In diesem Abschnitt beleuchten wir zentrale Begriffe wie Autismus und ADHS, die oft Gegenstand von Diskussionen sind. Wir legen Wert darauf, präzise und leicht verständliche Erklärungen zu liefern, damit Sie ein fundiertes Verständnis dieser komplexen Themen entwickeln können. Erfahren Sie mehr über die Besonderheiten und Herausforderungen, die mit diesen Diagnosen verbunden sind.

Emotionale Welt und soziale Dynamik

Begriffe wie Meltdown, Shutdown, Alexithymie und emotionale Dysregulation sind entscheidend, um die Gefühlswelt von neurodivergenten Menschen zu verstehen. Ebenso wichtig sind Erklärungen zu Masking, das oft im sozialen Kontext angewendet wird, und die Bedeutung von Spezialinteressen sowie Monotropismus für viele Betroffene. Hier finden Sie ausführliche Beschreibungen, die Ihnen helfen, diese Konzepte besser zu erfassen und Empathie zu fördern.

Neurodivergenz und neurotypisch

Das Verständnis von Neurotypisch, Neurodivergent und Neurodivers ist fundamental, um die Vielfalt menschlicher Gehirne zu würdigen und Inklusion zu fördern. Wir erklären Ihnen auch den Begriff Prokrastination, der häufig im Zusammenhang mit ADHS erwähnt wird. Dieses Glossar dient allen Interessierten – Betroffenen, Angehörigen, Lehrern und Eltern – um die Terminologie zu meistern und ein respektvolles Miteinander zu gestalten. Für weitere Unterstützung oder Fragen kontaktieren Sie uns unter [[phonenumber]] oder [[email]].

Glossar

  • ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung):
    Eine neurologisch bedingte Entwicklungsstörung, die sich vor allem durch Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und impulsives Verhalten äußert.
  • Alexithymie:
    Auch als „Gefühlsblindheit“ bezeichnet. Betroffene haben Schwierigkeiten, eigene Gefühle wahrzunehmen, zu erkennen, zu benennen oder auszudrücken. Alexithymie tritt häufig als Begleiterscheinung bei Autismus auf.
  • Depressionsattacke (nach Tony Attwood):
    Plötzliche, oft sehr intensive Stimmungseinbrüche bei Autistinnen, die scheinbar ohne Vorwarnung auftreten. Im Unterschied zu klassischen Depressionen verlaufen diese Episoden meist schubartig und können nach einigen Stunden oder Tagen wieder abklingen. Häufig stehen sie im Zusammenhang mit Überforderung, Zurückweisung oder dem Gefühl, die Kontrolle zu verlieren.
  • Emotionale Dysregulation:
    Bezeichnet erhebliche Schwierigkeiten, eigene Gefühle zu steuern oder angemessen zu regulieren. Emotionen können sehr stark erlebt werden und sind für Betroffene oft schwer zu kontrollieren.
  • Exekutive Funktionen: Kognitive Prozesse, die helfen, Handlungen zu planen, zu organisieren und zielgerichtet auszuführen. Störungen in diesem Bereich äussern sich z.B. in Vergesslichkeit, impulsivem Verhalten oder Planungsschwierigkeiten 
  • Echolalie: Das Wiederholen von Wörtern und Sätzen anderer Personen. Kann auftreten sofort nach dem es der Betroffene gehört hat oder verzögert um ein paar Minuten. Häufig zusammen mit Autismus beobachtbar. 
  • Hyperfokus: Sehr intensives, oft stundenlanges Vertiefen in eine bestimmte Tätigkeit, wobei alles andere ausgeblendet wird. Kommt besonders häufig bei ADHS oder Autismus vor.

  • Hypersensibilität / Hyposensibilität: Über- bzw. Unterempfindlichkeit gegenüber Sinnesreizen. Betroffene reagieren entweder besonders stark oder kaum auf Reize wie Geräusche, Licht, Berührungen oder Gerüche.

  • Masking: Das bewusste oder unbewusste Anpassen des eigenen Verhaltens, um autistische Merkmale zu verbergen und gesellschaftlichen Erwartungen zu entsprechen.

  • Meltdown: Ein Zustand starker Überforderung, bei dem intensive emotionale oder sensorische Reize zu einem plötzlichen, kaum kontrollierbaren Ausbruch führen können, etwa durch Wut, Weinen, Schreien oder Rückzug.

  • Monotropismus: Ein Denk- und Aufmerksamkeitsstil, bei dem sich das Gehirn sehr stark auf wenige Interessengebiete konzentriert. Dieser Fokus ist bei vielen Autisten typisch.

  • Neurotypisch: Bezeichnet Menschen, deren Wahrnehmung, Denken, Fühlen und Verhalten den gesellschaftlich erwarteten Normen entsprechen.

  • Neurodivers: Ein Sammelbegriff für Gruppen von Menschen mit unterschiedlichen neurologischen Ausprägungen, die von der gesellschaftlichen Norm abweichen, z. B. Autismus oder ADHS.

  • Neurodivergent: Bezieht sich auf einzelne Personen, deren neurologische Verarbeitung sich von der als neurotypisch geltenden Norm unterscheidet.

  • Pathological Demand Avoidance (PDA): Ein autistisches Profil, das durch eine starke Vermeidung von Anforderungen gekennzeichnet ist – selbst bei alltäglichen Erwartungen.

  • Prokrastination: Das wiederholte Aufschieben von Aufgaben. Bei ADHS kann dies durch emotionale Hürden oder Schwierigkeiten bei der Reizverarbeitung entstehen und ist oft mit Schuldgefühlen verbunden.

  • Rejection Sensitive Dysphoria (RSD): Sehr starke emotionale Reaktionen auf tatsächliche oder vermutete Ablehnung oder Kritik. Kommt häufig bei ADHS vor und kann sozial belastend sein.

  • Reizüberflutung (Overload): Ein Zustand, in dem das Gehirn zu viele sensorische oder emotionale Eindrücke gleichzeitig verarbeiten muss. Dies kann zu Stress, Rückzug oder einem Shutdown führen.

  • Shutdown: Eine Reaktion auf starke Überforderung, bei der sich Betroffene innerlich zurückziehen und kaum noch reagieren oder kommunizieren können. Häufig bei Autismus in Stresssituationen.

  • Spezialinteressen: Besonders intensive und langanhaltende Beschäftigung mit bestimmten Themen, die große Freude bereiten und oft zu sehr tiefem Wissen führen.

  • Stimming: Selbststimulierende Bewegungen oder Handlungen (z. B. Wippen, Summen oder das Drehen von Gegenständen), die helfen können, Stress zu regulieren oder Sinneseindrücke zu verarbeiten.

  • Time Blindness (Zeitblindheit): Schwierigkeiten, Zeit realistisch einzuschätzen oder einzuteilen. Häufig bei ADHS und kann Planung sowie Pünktlichkeit erschweren.

  • Transitionen: Übergänge von einer Tätigkeit oder Situation zu einer anderen. Für viele Menschen mit Autismus oder ADHS sind solche Wechsel anstrengend, da sie eine mentale Umstellung erfordern.

  • Zentrale Kohärenz: Die Fähigkeit, einzelne Informationen zu einem Gesamtbild zusammenzufügen. Bei Autismus ist diese Fähigkeit oft schwächer ausgeprägt, wodurch Details stärker in den Fokus rücken.

(Vgl. mit Glossar von au-adhs-ambulanz.de., Kompass-Coaching, abgerufen am 15.03.2026)